Co‑Sleeping, bei dem Eltern und Kinder die Schlaffläche teilen, ist in vielen Kulturen eine gängige Praxis. In den letzten Jahren hat diese Praxis eine erhebliche Debatte über ihre potenziellen Vor- und Nachteile für das psychische Wohlbefinden von Kindern ausgelöst. Mehrere Studien haben die Auswirkungen von Co‑Sleeping auf verschiedene Aspekte der psychischen Gesundheit, emotionalen Entwicklung und Familiendynamik von Kindern untersucht.
Evidenz
- Reduzierte Angst und bessere emotionale Gesundheit:
- Kinder, die länger als sechs Monate Co‑Sleeping praktizieren, zeigen geringere Angstwerte im Vergleich zu denen mit kürzerer Co‑Sleeping-Dauer. Diese Kinder zeigen auch weniger negative Sauggewohnheiten und damit eine geringere Häufigkeit von Malokklusionen (Carrillo-Díaz et al., 2021).
- Co‑Sleeping wird mit verbesserter emotionaler Regulation und reduzierten Symptomen von Angst und Depression bei Kindern in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass die Praxis ein Gefühl von Sicherheit und emotionaler Stabilität vermitteln kann (Barry, 2019).
- Gestärkte Eltern-Kind-Beziehung:
- Co‑Sleeping wird mit stärkeren Eltern-Kind-Beziehungen in Verbindung gebracht. Eltern berichten, dass Co‑Sleeping Möglichkeiten zur Bindung und emotionalen Nähe bietet, die für die sozioemotionale Entwicklung der Kinder förderlich sind (Stewart, 2018).
- Kinder, die mit ihren Eltern Co‑Sleeping praktizieren, zeigen mehr Selbstständigkeit und soziale Unabhängigkeit im Vergleich zu allein schlafenden Kindern, was darauf hindeutet, dass die Praxis die Entwicklung von Autonomie und sozialen Fähigkeiten unterstützen kann (Keller & Goldberg, 2004).
- Verbesserte Schlafqualität und psychisches Wohlbefinden:
- Studien zeigen, dass Kinder, die Co‑Sleeping praktizieren, weniger Schlafstörungen und eine insgesamt bessere Schlafqualität erleben. Diese verbesserte Schlafqualität wirkt sich positiv auf ihr psychisches Wohlbefinden aus, was zu weniger emotionalen und verhaltensbezogenen Problemen führt (Segura‑Jiménez et al., 2015).
- Umgekehrt wird das Alleinschlafen mit besserer psychischer Gesundheit der Eltern in Verbindung gebracht, was auf ein komplexes Zusammenspiel zwischen Co‑Sleeping-Arrangements, kindlicher Schlafqualität und elterlichem Stress hindeutet (Lee et al., 2019).
Fazit
Co‑Sleeping kann mehrere positive Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden von Kindern haben, darunter reduzierte Angst, bessere emotionale Gesundheit, gestärkte Eltern-Kind-Beziehungen und verbesserte Schlafqualität. Diese Vorteile werden jedoch von verschiedenen Faktoren wie der Dauer des Co‑Sleepings und kulturellen Praktiken beeinflusst. Insgesamt scheint Co‑Sleeping ein unterstützendes Umfeld für die psychische Entwicklung von Kindern zu bieten, wenn es sicher und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Familie praktiziert wird.










